Der technologische Fortschritt dient in erster Linie einer Verstärkung und Anpassung der Herrschaft an die Umstände. In der Entwicklung und Forschung neuer Technologien geht es unter anderem um Kontrolle, Ressourcengewinnung und Profitmaximierung, nicht um Freiheit, Selbstbestimmung und ein Leben ohne Hierarchie und Autoritäten. Aus dieser Perspektive interessiert es herzlich wenig, ob ein anderer Umgang mit Technik möglich ist, mit Technologie, die nicht auf der Unterwerfung von allem und jedem beruht. Es geht um die Frage, wie man dieses Fortschreiten verhindern und die Herrschaft angreifen kann.

Ein Punkt ist sicherlich, die Technologie von ihrem Thron zu werfen und ihr eine Neutralität abzusprechen. Wie oft hört man, dass Technologien das Leben leichter machen werden und jedem Menschen nutzen. Unter diesem Motto werden heutzutage im speziellen die sogenannten smarten Technologien verkauft. Das einzige, was diese aber - wenn überhaupt - erleichtern, ist den von Staat und Kapital diktierten Alltag zu bewältigen. Wer den ganzen Tag damit verbringen muss, in der Schule, auf der Arbeit oder im Amt zu sitzen, für jene scheint es vermutlich bequem, den restlichen Alltag von Geräten verwalten zu lassen. Auf der anderen Seite werden neue Technologien entwickelt, um die Probleme zu lösen, die von der kapitalistischen Herrschaft selbst geschaffen wurden. Dabei zielt diese nicht auf eine Feindlichkeit gegenüber der kapitalistischen Logik ab, sie soll helfen, die Macht auf sozialer, ökonomischer und politischer Ebene zu restrukturieren. Sprich: die Umwelt mit Hilfe von Programmen, Maschinen und Technologien so umzugestalten, dass die Fabrik weiter laufen kann, Kriege weiter stattfinden, der Markt weiter ungestört funktionieren kann, der Alltag weiterhin dem Diktat von Staat und Kapital unterliegt, dass es dabei bleibt, dass, von der Natur bis zum Menschen, alles weiterhin durch die Herrschaft unterdrückt wird. Nur „grüner“, „humaner“ oder halt „smarter“.

Wenn es also nicht darum geht, das Leben lediglich erträglicher zu machen, sondern ein freies und selbstbestimmtes Leben der kompromisslose Fokus ist, dann geht es nicht um die Frage, ob mit oder welche Technologie, sondern einzig und alleine darum, die Herrschaft und ihre Helferlein anzugreifen. Hier und jetzt. Und dies nicht mit Hilfe einer politischen Organisation, der Wahl von Delegierten, die für einen sprechen und handeln sollen, von Appellen an die Politik oder Verantwortliche. Denn einerseits versteckt sich dort bereits der Kompromiss in der Aktion, der Kompromiss mit der Herrschaft. Andererseits versteht es die demokratische Herrschaft zu gut, Proteste oder Wut zu befrieden oder in Bahnen zu lenken, die der Herrschaft nicht gefährlich werden können. Was wir also jenen vorschlagen, die Herrschaft und Ausbeutung nicht nur verbessern möchten, sondern dem ganze ein Ende bereiten möchten, ist:

Ein kompromissloser Kampf gegen die Herrschaft, ein Kampf der nicht um Erlaubnis fragt, sondern selbstbestimmt ist. Ein Kampf, der sich aus der Eigeninitiative speist und somit die Vielfältigkeit und Kreativität des Widerstandes fördert und welcher nicht durch eine formelle Organisation gehemmt wird. Ein Kampf, der sich informell organisiert, damit jeder und jede autonom und dezentral angreifen kann, mit dem klaren Fokus auf der Zerstörung der Herrschaft und dem Ende von Unterdrückung und Ausbeutung.