Titel: Über Verschwörungstheorien
AutorIn: In der Tat
Datum: Sommer 2020
Quelle: Entnommen aus: "In der Tat - Anarchistische Zeitschrift", Nr. 8, Sommer 2020, o.O., S. 17-21;

Verschwörungstheorien. Sie sind in aller Munde und überall im Netz. Rechte reproduzieren sie. Medien informieren über sie. Linke warnen vor ihnen. Faktenchecks überprüfen sie. Und wir?

Um diesem komplexen Phänomen näherzukommen, brauchen wir erstmal eine solide Definition. Danach können wir uns ihre Auswirkungen und die sich für unseren Kämpfe ergebenden Konsequenzen ansehen.

Mick West, der Admin von Metabunk, einer Webseite die Verschwörungstheorien widerlegt, schlägt die Unterscheidung in „Verschwörungstheorien“ und „falsche Verschwörungstheorien“ vor. Nachdem er betont, dass es sehr wohl auch echte Verschwörungen gibt. Und dass eben diese falschen Verschwörungstheorien das Problem sind. Mit Robin Ramsay kann man einwenden, dass viele dieser falschen Verschwörungstheorien jedoch auf so irrwitzigen Behauptungen basieren, dass die Bezeichnung „Theorie“ eigentlich nicht haltbar ist. Er schlägt trotzdem die Unterscheidung in „Verschwörungstheorien“ und „Rechcherche von Verschwörungen“ vor. Erstere versteht er als Vereinfachung realer Ereignisse und Zusammenhänge, zweitere als ein Unter-die-Lupe-Nehmen komplexer Zusammenhänge und Ereignisse. Nachdem auch er betont, dass es sehr wohl echte Verschwörungen gibt und dass deren Aufarbeitung sinnvoll ist. Mich überzeugen beide Definitionsvorschläge nicht. Sie bekommen beide das paranoide Moment nicht zu fassen, das bei manchen Verschwörungstheorien mitschwingt. Schon besser finde ich den Definitionsvorschlag von Fabian Scheidler, der sich für eine Unterscheidung in „Verschwörungstheorien“ und „Verschwörungsideologien“ stark macht. Jedoch muss diese Unterscheidung in meinen Augen noch um eine dritte Kategorie ergänzt werden - die „Verschwörungsdemagogen“.

Verschwörungstheorien

Auch Scheidler hält fest, dass es schon immer Verschwörungen gegeben hat, von der Tötung Cesars bis heute. Bei Verschwörungstheorien handelt es sich, laut ihm, wie bei anderen Theorien auch um Hypothesen, also um Erklärungsansätze. Mit der Besonderheit, dass angenommen wird, dass eine (kleine) Gruppe eine gewisse geheimgehaltene Absicht verfolgt - die „Verschwörung“.

Verschwörungstheorien können sehr plausibel sein, z.B. um nur zwei des letzten Jahrzehnts zu nennen: Die beiden NSU Uwes haben sich nicht selbst getötet haben, sondern wurden umgebracht, was gezielt vom VS und anderen Behörden verschleiert wurde[1]. Und: Julian Assage wurde als Vergewaltiger geframet, um ihn unschädlich zu machen[2]. Genauso können Verschwörungstheorien gänzlich abwegig sein. Z.B. jüngst: Die Randalierer und Plünderer in den USA seien von geheimen Mächten gezahlt oder angeführt („ANTIFA“).

Wie bei jeder anderen Theorie auch können einem also plausible und abwegige unterkommen, genauso wie alle Graustufen dazwischen. Was, wie bei jeder anderen Theorie auch, heißt, dass es an der eigenen Fähigkeit kritisch zu denken liegt, zu prüfen welche plausibel sind und welche haltlos. Damit muss vor allem die (Verschwörungs-) Theorie zurückgewiesen werden, dass alle Verschwörungstheorien jenseitig sind und von dunklen Mächten in die Welt gesetzt werden bzw. dass diese ausschließlich eine Angelegenheit von Autoritären/Faschisten, etc. wären[3].

Verschwörungsideologien

Im Gegensatz dazu bilden Verschwörungsideologien hermetisch geschlossene monokausale Glaubenssysteme, die sich gegen jedwede Kritik immunisieren. Die dazu führen, dass ihre Anhänger zumindest eine gewisse Zeit eisern an ihnen festhalten, auch wenn sie widerlegt werden. Um ihr Wesen besser zu verstehen, hilft ein Blick in „When Prophecies fail“. Darin behandelt Leon Festinger ein Phänomen, das er als kognitive Dissonanz bezeichnet hat. Festinger hat in seiner Studie untersucht, wieso Sektenmitglieder an ihren Sekten festhalten, auch nach mehrmaligen nicht Eintreten ihrer Prophezeiungen. Er zeigt dabei, dass Sektenmitglieder so investiert sind in die Vorstellungswelt und oft auch alle Brücken hinter sich abgebrochen haben, dass sie, wenn überhaupt, erst nach mehrmaligen Realitätsschellen mit der Ideologie brechen können. Analog kann mit Mick West dieser Prozess, des Eintauchens in eine Verschwörungsideologie, als going down the rabbit hole beschrieben werden. Einen Zustand wo schließlich jede neue Information der Verschwörungsideologie angepasst wird.

Unter den Verschwörungsiedologien finden wir z.b. die Chemtrails oder Reptiloiden. Dass die Fotos von „Chemtrailtanks“ aus Testflugzeugen stammen und dass diese Tanks dazu da sind, um Gewicht zu simulieren - unmöglich. Genauso wie Videos von Politikern minuziös analysiert werden, um den Moment festzuhalten, wo ihre Echsenaugen durchblitzen.

Verschwörungsdemagogen

Doch wie kommen Verschwörungstheorien und Verschwörungsideologien eigentlich in die Welt? Ramsay argumentiert, dass es nur allzu verständlich ist, dass so viele Verschwörungstheorien zirkulieren. Wenn man sich nur ansieht, wie viele große und kleine Verschwörungen allein von den Sechzigern des letzten Jahrhunderts bis heute aufgeflogen sind - von der Tötung Kenedy‘s über Watergate bis zu den vermeintlichen Massenvernichtungswaffen, für die es den Irak zu erobern galt. Sowie die dazugehörigen Vertuschungsversuche der Herrschenden.

Die Fragen, die deshalb eher gestellt werden müssen:

Wieso zirkulieren so viele komplett abwegige Verschwörungstheorien? Und: Wie kippen diese in Verschwörungsideologien?

Auch wenn das sicher oft auch aus einer Eigendynamik heraus passiert, gilt das in anderen Fällen nicht. So lassen sich unzählige Beispiele von staatlichen Akteure finden, die als massive Schleudern von Fehlinformation, absurde Verschwörungstheorien und Verschwörungsideologien agieren. Ramsay zeichnet (neben COINTELPRO) das Beispiel nach, wie die US Airforce jahrelang den UFO-Kult in den USA genährt hat. Vermutetes Ziel des ganzes Manövers dürfte es gewesen sein, von Test mit geheimen Waffentechnologien abzulenken. Lieber „Spinner“ erklären sich die Lichter über Militärbasen als UFOs, als das nach außen dringt, an was da wirklich geforscht wird.

Heute gibt es neben staatlichen Verschwörungsschleudern auch zahlreiche nicht-staatliche Akteure, die als Schleudern für (absurde) Verschwörungstheorien und Verschwörungsideologien fungieren. Dabei sticht zum Beispiel Alex Jones mit seiner The Alex Jones Show und seine Online-Nachrichtenplattform InfoWars heraus. Er muss vor allem als faschistischer Unternehmer verstanden werden, der gut Kohle mit seinen Ergüssen verdient und neben seiner Radio-Show, die von gut 2 Millionen Menschen verfolgt wird, auch noch mit einer großen Produktpallette (von Sportnahrung über Potenzmittel) über seine Webseite abstaubt.

Diese staatlichen und nicht-staatlichen Akteure müssen als Verschwörungsdemagogen verstanden werden. Ob sie dabei selbst an die von ihnen verbreiteten Thesen glauben oder nicht, ist irrelavant. Sie profitieren durch die Verbreitung von Verschwörungstheorien und -Ideologien, sei dies politisch oder auch einfach nur finanziell.

Ihre Auswirkungen

Wenn wir von dieser Definition ausgehen, sind Verschwörungstheorien an sich nicht das Problem. Oft kommen wir gar nicht um Verschwörungstheorien herum, auch wenn wir sie in der Regel nicht als solche bezeichnen. Zum Beispiel wenn wir den Machiavellismus der Herrschenden und der Herrscharen ihrer Spin-Doctoren und Message-Controler analysieren. Wir haben nur in seltenen Fällen Zugriff auf deren Mail- oder Chatverläufe, interne Powerpoints, Strategiepapiere oder Videos, Tagesordnungspunkte oder Sitzungsprotokolle. Wenn wir also z.B. in Bezug auf Corona die Kommunikationsstrategie der Herrschenden analysieren und zu dem Schluss kommen, dass bewusst Angst geschürrt wird, dann war das strenggenommen solange eine Verschwörungstheorie, bis das interne Papier des Inneminsteriums geleakt worden ist[4].

Im Gegensatz dazu sind Verschwörungsideologien und Verschwörungsdemagogen ein reales Problem, mit dem wir uns konfrontieren müssen. Und das aus mehreren Gründen. Einmal wegen der individuellen Tragödien. So berichtet Mick West von zerstörten Beziehungen, sozialer Isolation, etc. Dann weil sie als Sammelbecken sowie Rekrutierungsbasis für autoritäre und faschistische Bewegungen dienen, was sich unter anderem in den Manifesten faschistischer Amokläufer der letzten Jahre niedergeschalgen hat.

Drittens weil sie herrschaftstabilisierend wirken. So stellen die Gefährten der Revolte in der Mai-Ausgabe in ihrem Text „Pest oder Cholera“ diesbezüglich die These auf, dass absurde Verschwörungstheorien und Verschwörungideologien den Herrschenden insofern nutzen, da sie die eigentlichen Verschwörungen verschleiern. Dem stimme ich zu.

Zum einen wegen dem Phänomen das Robin Ramsay als „Kontamination“ bezeichnet. Worunter er den Prozess versteht, dass Themen, die von „Verschwörungstheoretikern“ (oder auch Faschos, etc.) aufgegriffen werden, zu heißen Kartoffeln werden, die dann niemand mehr anzufassen wagt. Entsprechend der Gleichung: Wird etwas als Verschwörungstheorie bezeichent, bzw. thematisiert eine Verschwörungstheorie oder ein (als) Verschwörungstheoretiker(-Bezeichneter) X, kann/darf X nicht mehr thematisieren werden. Selbst wenn die Thematisierung von X schwerst relevant wäre[5]. Dies trifft laut Ramsay vor allem auf Akademiker und Linke zu. Ist X erstmal kontaminiert, also verunreinigt, ist X für sie tabu - nahezu unumstößlich. Akademiker, weil es ihrem professionelen Selbstmord gleichkäme als Verschwörungstheoretiker zu gelten, so Ramsay. Linke, so meine Interpretation, weil sie sich als Träger und Speerspitze eines progressiven und emanzipatorischen Projekts universeller Wahrheit sehen. Ist X einmal verunreinigt, können sie es schlicht aus ihrem moralischen Selbstverständnis heraus nicht mehr thematisieren. „Das ist jetzt aber schon problematisch, etc. pp.“

Was den Herrschenden wiederum sehr gelegen kommt, können sie so mitunter ohne großen Aufwand Kritik neutralisieren, indem sie sie als „Verschwörungstheorie“ bezeichnen oder jene, die sie äußern als „Verschwörungstheortiker“. Bis oft wirklich nur noch jene übrig bleiben, die in verschwörungsideologischen Glaubenssystemen denken und krude Thesen verbreiten (neben vielleicht sogar auch ein paar sinnvollen Thesen). Das hat zur Folge, dass viele relevante Projekte und Vorstöße der Herrschenden oder wie sie sich dafür organisieren selten ausführlich recherchiert werden oder dass sie sogar verteidigt werden[6].

Ein Beispiel: Thematisiert man die Bilderberger-Konferenz, kann man sich von vielen Linken anhören, dass es diese nicht mal gibt. Alles nur Erfindung von Verschwörungstheortikern. Dabei finden diese geheimen Elitetreffen seit 1954 jährlich statt. Ramsay zeigt auf, dass der erste Journalist, der zu den Bilderberger-Treffen recherchiert hat, ziemlich schnell seinen Job verloren hat, dass hinter diesen Treffen also mehr als nur eine gewisse Wirkmacht steckt. Es macht aber einen wesentlichen Unterschied, wie Ramsay anmerkt, ob man das Bilderberger-Treffen verschwörungsiedologisch deutet. Ob man es zur Hauptinstanz einer New World Order hochstilisiert, zur Schaltzentrale wo alle Fäden zusammenlaufen. Oder ob man die Bilderberger-Konferenz analystisch einordnet. Als ein weiteres „Privat“-Treffen, (neben dem WEF, neben der Trilateralen Komission, neben der Siko in München, neben der Atlantik-Brücke, neben hunderten Lobbyingtreffen) wo die globale Elite und ihre Lakaien versuchen einen klasseninternen Konsens herzustellen, wie sie als Klasse agieren.

Was das für unsere Kämpfe bedeutet

Was heißt das jetzt für unsere Kämpfe? Sowohl analytisch als auch praktisch? Keine einfachen Fragen. Sehen wir uns das am Beispiel Corona an. Was klar ist, dass wir es uns nicht so einfach wie die meisten Linken machen dürfen. Welche wirklich froh sein können, dass „Verschwörungstheoretiker“, Nazis und andere Autoritätere gegen die Maßnahmen Stellung bezogen haben und auf die Anti-Maßnahmen-Demos gegangen sind. Sonst hätten die meisten Linken eh nicht gewusst, wie sie sich verhalten sollen. Jetzt können sie sich zumindest einreden, dass es die richtige Entscheidung war, dass sie #stayathome geblieben sind. Dass sich viele nicht nur den staatlichen Maßnahmen unterworfen haben, sondern sich auch noch zu deren Sprachrohr haben machen lassen[7].

Was sich dabei gezeigt hat: Nur weil Linke geifern X sei eine Verschwörungstheorie, heißt das noch nicht viel. Zumal sie selbst absurde Verschwörungstheorien reproduzieren, wenn diese ihrer Position dienlich sind[8]. Das beste Beispiel dazu wurde von den Gefährten vom Zündlumpen herausgearbeitet: Dass Reproduzieren der Verschwörungstheorie, dass jene, die im April und Mai weltweit Funkmästen angezündet hätten, das getan haben, weil sie an die Verschwörgunstheorie glauben, dass 5G Corona verursacht[9]. Auch wenn es sich nicht ausschließen lässt, dass manche dieser Taten durch Verschwörungstheorien motiviert waren, gibt es für diese Behauptung (bezüglich dieser absurden Verschwörungstheorie) im besten Fall eine Korrelation - das Auftreten dieser Theorie und das Auftreten der Brandstiftungen. Tatsächliche Evidenz gibt es dafür kaum, weil es bisher wenige Verhaftungen gibt und alle vorliegenden Bekennerschreiben dazu, sprechen eine andere Sprache.

Entsprechend heißt das, dass wir Verschwörungstheorien überprüfen müssen. Wir können sie nicht generell abtun, zumindest nicht in den Fällen wenn sie für unser Handeln relevant sind, wie die ganzen Fragen um Corona und den Umgang damit. Wobei hier unterstrichen werden muss, dass die meisten Fragen um Corona und die Maßnahmen keine Verschwörungstheorien sind. Jedoch sind die Fragen an sich „kontaminiert“ weil von „Verschwörungstheoretikern“ thematisiert und deshalb ist es „schon schwierig“ diese aufzugreifen und zu diskutieren.

So ein Überprüfen und Diskutieren von verschwörerischen Erklärungsansätzen macht vieles aufwendiger, hätte aber auch entschiedene Vorteile: Zum einen würde es eine Diskussions- und Recherchekultur stärken, die nicht von staatsnarrativ-konformen Riskovermeidern dominiert wird. In der es möglich ist, kontroverse Positionen zu vertreten und zu verteidigen. Und wo es genauso möglich wäre, einzusehen, dass man einen Blödsinn vertreten hat, ohne endlos als (verschwörerischer) Idiot stigmatisiert zu sein. Was nur dazu führt, dass sich Leute isolieren und ihre Positionen nicht mehr offen vertreten. Was zum anderen die Folge hätte, dass wir Verschwörungsideologien und Verschwörungsdemagogen besser identifizieren könnten und auch zurückdrängen - nicht mit Halbwissen, sondern basierend auf fundierten Diskussionen.

Damit könnten wir uns auch besser gegen das Phänomen der Kontamination wappen und Entwicklungen ohne Tabu-Scheuklappen analysieren. Wenn wir z.b. jetzt lesen, dass es sich bei jenen, die sich gegen die Lockdown-Maßnahmen positioniert haben, sowie jenen, die auf die Demos gegangen sind, ausschließlich um Verschwörungstheoretiker, Impfgegener[10], Nazis und anderen Autoritäre gehandelt haben soll, dann müssen wir fragen, ob das stimmt. Ist es tatsächlich so einfach?

Genauso wie es zu diskutieren gilt, ob es so hat kommen müssen oder ob es einen Moment gegeben hat, wo es interessant gewesen wäre, auf diese Demos zu gehen. Mal abgesehen von dem Punkt, der vom Zündlumpen aufgworfen wird, dass es sich hier oft um angemeldete Angelegenheiten gehandelt hat. Und ob sich, wenn man es von anfang an geschafft hätte, die autoritären Elemente zu verdrängen, daraus spannende Möglichkeiten hätten ergeben können. Oder eben auch nicht. Denn auch wenn der Zug diesbezüglich fürs Erste abgefahren scheint, muss das für zukünftige Momente diskutiert werden. Schließlich wissen wir nicht, ob nicht im Herbst die nächste Runde Lockdown ansteht. Dass dabei Demokraten und die „Zivilgesellschaft“ meist alle auf ihren Demos willkommen heißen, sollte auch niemanden überraschen. Vor allem jene nicht, die Jahr ein Jahr aus mit ihnen Querfront machen, wenn es ihnen in den Kram passt. Etwas, das uns so oder so nicht interessiert.

Schwör!

Verwendete Texte:

Mick West (2018): Escaping the Rabbit Hole - How to debunk Conspriacy Theories, using Facts, Logic and Respect. New York: Skyshore Publishing.

Fabian Scheidler (2017): Chaos - Das neue Zeitalter der Revolutionen. Wien: Promedia Verlag.

Leon Festinger (2009): When Prophecies Fail. London: Pinter & Martin.

Robin Ramsay (2006): Conspiracy Theories. Herts: Pocket Essentials.

[1] Siehe Wolf Wetzel (2015): Der NSU-VS-KOM- PLEX - Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund - wo hört der Staat auf? Münster: Unrast Verlag 3. Auflage.

[2] Siehe dazu das Interview mit dem UNO-Sonderberichterstatter für Folter Nils Melzer, der den Fall-Assange ausführlich untersucht hat: https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange

[3] Zum Beispiel muss Peter Gelderloos entschieden wiedersprochen werden, wenn er die generelle Behauptung aufstellt: “... that conspiracy theories are a right-wing tool, even when they seem subversive" Siehe: https://roarmag.org/essays/counterinsurgency-dousing-the-flames-of-minneapolis/

[4] Zu finden unter: https://fragdenstaat.de/dokumente/4123-wie-wir-covid-19-unter-kontrolle-bekommen/ auch in Österreich wurde bekannt, dass die Kurz-Regierung bewusst die Ängste der Bevölkerung mobilisert hat, was ein „Kurz-Sprecher“ nach dem Leak eines Sitzungsprotokolls als „Gedankenaustausch“ relativiert hat, siehe: https://www.der-standard.de/story/2000117131591/sitzungsprotokoll-der-taskforce-corona-ueber-zu-wenig-angst-in-der

[5] Z.B. die schwerst relevante Frage, wie gefährlich Corona ist - sowohl was die Lethalität als auch was die Infektionsraten angeht. Stimmen die anfänglichen Annahmen von einer CFR von 2-4% oder doch eher, wie verschiedene Feldstudien zeigen, eine CFR zwischen 0.2-0.4%? Überträgt es sich so leicht wie anfänglich angenommen oder doch gar nicht so leicht, wie z.b. die Heinsburg Protokolle zeigen? Ein „Expertenstreit“ wurde hier nachdem das narrative Paradigma von den Herrschenden gesetzt war, ziemlich bald unterbunden und alle diffamiert, die zu anderen Ergebenissen gekommen sind. Die meisten Linken haben sich nicht einmal getraut, das zu thematisieren... Aber auch Anarchisten haben sich hier nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Den Vogel hat dabei eindeutig der Text „Dénégation et radicalité : une hypothèse“ abgeschoßen, der bei Non Fides veröffentlicht wurde. Darin wird tatsächlich das Dammbruchargument gemacht, dass ein Infragestellen der CFR eine Relativierung wäre und ein In-Proportion-Setzen von Corona einer Negation und damit einer Leugnung von Corona gleichkäme, etwas, das in weiterer Folge in das Fahrwasser von Holocoustleugnern führen würde. Auf Deutsch ist der Text zu finden auf: panopticon.blogsport.eu (abgesehen von diesem Text haben die Gefährten der Soligruppe für Gefangene einige interessante Texte zu Corona übersetzt).

[6] Besonders deutlich wird das gegenwärtig bei Bill Gates und seiner Foundation. Dieser wird derzeit von manchen Linken sogar als Gönner und Philantroph verteidigt. Bei Black Mosquito kann man sich jetzt Bill Gates Buttons bestellen! Doch: Sind die Vorwürfe, die Gates gemacht werden, wirklich alles unhaltbare, wirre Verschwörungstheorien? Oder handelt es sich bei Gates nicht vielleicht doch um einen Key-Player des Corona-Ausnahmezustands?
So viel lässt sich sagen: Eine Analyse des Vorstoßes einer digitalen Id (id2020.org), getragen von Microsoft und der von der Gates-Foundation gegründeten Impfallianz Gavi (sowie der Rockefeller-Foundation, accenture und ideo) und ihrer Konsequenzen, ist mehr als ausständig. Zur Gates Foundation, Gavi und ihrem Ansatz der „disruptiven Innovation” im Gesundheitswesen siehe: Jacob Levich (2019): Disrupting global health - The Gates Foundation and the vaccine business; in Richard Parker, Jonathan Garcia (hrsg, 2019): Routledge Handbook on the Politics of Global Health. Routledge: London / New York. S. 207-218.
Siehe folgenden Vortrag um ein Einschätzung zu bekommen, was so eine digitale Id bedeuten könnte: https://wrenchinthegears.com/2020/03/12/human-capital-markets-digital-identity-the-united-nations-sustainable-development-goals/
Und auch eine Analyse vom „Event 201“ einem Pandemieplanspiel, das im Oktober 2019 von der Gates Foundation gemeinsam mit dem WEF in New York abgehalten wurde, verdient unsere Aufmerksamkeit. Nicht weil wir annehmen, dort wäre die Corona-Pandemie geplant worden, sondern weil es vor Augen führt, dass gewisse Herrschaftsfraktionen sich auf Situationen wie die Corona-Pandemie vorbreitet haben (so haben diese auch 2018 schon das Pandemieplanspiel „Clade-X“ abgehalten), um sie zu ihren Gunsten zu nutzen. Und, Achtung Hypothese: Es bedarf keiner weltweiten Verschwörung, wenn man es schafft, das weltweite Narrativ zu dominieren. Zum „Event 201“ siehe: http://www.wrongkindofgreen.org/2020/03/19/the-show-must-go-on-event-201-the-2019-fictional-pandemic-exercise-world-economic-forum-gates-foundation-et-al/
Auch schon 2015 versuchte Gates die Ebola-Epidemie für seine Agenda zu instrumentalisieren. „On March 18, 2015, the world’s wealthiest man issued a public call for an ambitious new project: the creation of a global, militarized, supranational authority capable of responding decisively to outbreaks of infectious disease.“ Siehe Jacob Levich (2015): The Gates Foundation, Ebola, and Global Health Imperialism, in American Journal of Economics and Sociology, September 2015, S. 704-742.

[7] An dieser Stelle muss natürlich auch festgehalten werden, dass sich nicht alle Linke komplett ins Hirn haben scheißen lassen, so muss das ehrewerte Engagment benannt werden von Sebastian Lotzer und seinen Pandemie-Kriegstagbücher-Übersetzungen, sowie von den stabilgebliebenen Post-Situationisten von magazinredaktion.tk.

[8] Oder auch einfach nur weil sie es lustig finden. Wie dieser ganze „Antifa e.V“-Bullshit, wo sich zunächst heiter mit Faschos auf Twitter über Jahre der Ball hin und hergespielt wurde, bis sich die Verschwörungstheorie der „gezahlten Antifa“ mittlerweile komplett verselbstständigt hat und z.b. in den USA von Trump und Konsorten aufgegriffen wurde.

[9] Siehe den Text: „Eine Verschwörung und ihre eifrigen Verschwörerinnen“; in Zündlumpen Nr. 65. München.

[10] Und selbst bei den „Impfgegenern“ würde eine differenzierte Betrachtung dazu führen, zu sehen, dass es nicht „die Impfgegener“ gibt, sondern unterschiedliche impfkritische/impffeindliche Positionen. Von wirren Positionen bis hin zu welchen, die nicht unspannend sind.