«Ah! Möge die dickbäuchige Bourgeoisie auf ewig verdammt sein;

möge man Salz und Schwefel dort ausstreuen, wo einst ihre Boutiquen standen, und möge die Bermherzigkeit ihres Gottes leicht umgehen mit ihrer fetttriefenden Seele!

Und doch gibt es noch immer Leute, die an den revolutionären Geist Lebensmittelhändlers glauben!!!»

Ernest Coeurderoy, Jours d’exil, Tome I, 1854

 

Comité invisible, L’insurrection qui vient, La Fabrique, mars 2007, 126 p.

[Deutsche Ausgabe: Unsichtbares Komitee, Der kommende Aufstand, Edition Nautilus, August 2010, 128 S.]

Kreise ziehen

Mehrere Gründe haben uns lange Zeit veranlasst, dieses Büchlein zu ignorieren, und dies trotz des Schlüsselwortes seines Titels: Aufstand.

Wie jeder Dieb beim FNAC[1] aus Erfahrung weiß, ist ein Buch, das von diesem Supermarkt hochgehalten wird, selten seines Inhalts wegen interessant, sondern vielmehr, weil es sich gut weiterverkaufen lässt.

Da nun aber der Herbst 2007 vorbei ist, hat dieses “Buch des Monats”, wozu es von dieser Firma ernannt wurde, seit längerer Zeit an Wert verloren. Es wäre also unnütz, irgendein Interesse an Der kommende Aufstand in seinem Tauschwert zu suchen.

Abgesehen davon würde unser Dieb, so sehr er auch ein Leser ist, kaum Gefahr laufen, sich von seiner kritischen Ausschweifung zufällig in Versuchung bringen zu lassen: denn was könnte ein solcher Text spannendes zu bieten haben, der bei einem Verleger von gaullistischen Bullen (Erik Blondin, Journal d’un gardien de la paix, 2002), von Gerichtsmedizinern (Patrick Chariot, En garde à vue, 2005), von Totengräbern der Revolution (Mao. De la pratique et de la contradiction, Texte ausgelegt von Slavoj Zizek, 2008), oder kürzlich auch von syndikalistischen Richtern (Syndicat de la magistrature, Les mauvais jours finiront, 2010) herausgegeben wurde? Was anderes könnten diese Texte sein, als eine Wiederverwertung der post-gauchistischen Suppe, die dem Gründer von La Fabrique so gut schmeckt?

Dieses Büchlein dümpelte also ganz ruhig auf den Schwankungen des Marktes vor sich hin, als ein ganz anderes Ereignis dafür sorgte, uns seine Existenz in Erinnerung zu rufen. Im November 2008 behauptet der Innenminister plötzlich, einen seiner anonymen Autoren unter den Angeklagten (und Verhafteten) der sogenannten Tarnac-Affaire wiedergefunden zu haben. Irgendein Staatsanwalt bezeichnet den Text sogar als „eine Art Brevier des bewaffneten Kampfes“. Verdammt nochmal! Hätte die Schläue der Geschichte seit mehr als einem Jahr einen subversiven Schmöker inmitten der Regale der linken Kultur versteckt gehalten? Wäre die Inhaftierung eines „Lebensmittelhändlers“ oder einer „Studentin“, wie sich einige der Angeklagten damals gerne präsentierten, ein Hinweis dafür, sich etwas näher mit diesem Pamphlet zu beschäftigen? Würden wir den literarischen Ratschlägen von einem der Beschuldigten folgen: „Der Skandal an diesem Buch ist, dass alles, was darin steht, rigoros und katastrophal wahr ist und nicht aufhört, dies mit jedem Tag noch mehr zu werden[2]?

Unsere krankhafte Neugier wurde kaum einen Moment auch nur leicht gekitzelt. Denn, während sich die Elite der Intelligentia des Landes fragte, ob “die unter dem Vorwand des Terrorismus und der Sicherheit angewandten Ausnahmegesetze langfristig mit der Demokratie kompatibel sind[3], lassen sich die Mehrheit der angeklagten Forme-de-vie in Interviews und Artikeln in den Medien aus, während sie kollektiv eine unschuldsorientierte und frontistische Verteidigungsstrategie fahren (auf der einen Seite die Linke wiedervereinigend, auf der anderen Seite den empörten Mittelstand). Zweifellos konnten auch sie uns nicht davon überzeugen, dieses kleine Buch aufzuschlagen. Aber vielleicht funktioniert dieses falsche Spiel ja wo anders besser, denn schließlich haben mehrere ausländische Verlagshäuser ihre Übersetzung von Der kommende Aufstand freiwillig mit der Repression gegen „einige junge kommunistische Bauern[4] in Verbindung gebracht, um ihre Suppe besser zu verkaufen. Aus dem Staat und seinen Reaktionen das Maß für den revolutionären Charakter eines Buches zu machen, darauf muss man erstmal kommen! Wenn das vielleicht nichts über dieses letztere aussagt, dann spricht es hingegen Bände über jene, die daran profitieren...

Eigentlich war unser tapferer Anarchist keineswegs von der Wichtigkeit einer Rezension dieses Buches überzeugt und es bedurfte aller wohlwollenden Beharrlichkeit der Beteiligten an dieser Zeitschrift, um ihn dazu zu bringen, diesen Beitrag zum laufenden Dossier über das Thema Insurrektion zu erbringen. Im Bewusstsein darüber, dass andere, hier und anderswo, diese Kritik bereits ausgearbeitet haben, und aufgrund des beschränkten Platzes, der dieser Rezension zukommt, werden wir uns hier auf einige Punkte beschränken.

Gemeinplätze

Dieses Buch besteht, neben einem Prolog, aus sieben Kreisen und vier Kapiteln. In einem ersten Teil lässt uns das Unsichtbare Komitee in danteskem Kostüm die Hölle der heutigen Gesellschaft durchwandern. Im Zweiten werden wir schließlich ins Paradies des Aufstands eingeführt, welches durch eine Vermehrung der Kommunen erreicht werden kann.Während es für den ersten Teil ein leichtes ist, auf eine gewisse Zustimmung zu stoßen, indem er eine von permanenten Desastern durchsähte Welt beschreibt, ist der zweite Teil viel unbeschwerter. Dennoch treffen sich beide in einem Punkt: eine gewisse Vagheit, die gut eingebettet ist in einen trockenen und entschiedenen Stil. Vielleicht ist das nicht einmal eine Schwäche, sondern ganz im Gegenteil vielmehr eine grundlegende Komponente, die den Reiz dieses kleinen Buches ausmacht.

Um seinen Diskurs zu verkünden, braucht das Komitee keine Analysen. Es bevorzugt Feststellungen. Genug von diesen Kritiken und Debatten, die einem zu Kopfe steigen, Platz dem Offenkundigen und der betonierten Objektivität, die sofort ins Auge springt! Mit einer vorgespielten Bescheidenheit präzisieren die Redakteure gleich zu Beginn, dass sie nichts anderes tun, als „etwas Ordnung in die Gemeinplätze der Epoche zu bringen, in das, was an den Tischen der Bars, hinter der geschlossenen Tür der Schlafzimmer gemurmelt wird.“, soll heißen, dass sie sich damit zufrieden geben, „die notwendigen Wahrheiten festzuhalten“ (S. 9). Sie sind im Übrigen nicht die Autoren dieses Buches, sondern „haben sich zu den Schreibern der Situation gemacht“, denn „es ist das Privileg der radikalen Umstände, dass die Richtigkeit dort in guter Logik zur Revolution führt.“ Darauf muss man erstmal kommen: die Gemeinplätze sind die notwendigen Wahrheiten, die es niederzuschreiben gilt, um den Sinn für das Richtige zu wecken, welches selbst wiederum logischerweise zur Revolution führen wird! Offenkundig, nicht?

Wenn wir uns in die sieben Kreise vertiefen, welche die zeitgenössische soziale Hölle aufgliedern, werden wir darin nur wenige Ideen finden, über die nachgedacht werden könnte, und viele Gemütszustände, die geteilt werden können. Die Autoren/Redakteure vermeiden um jeden Preis, ihren Diskurs auf irgendeine explizite Theorie zu stützen. Um nicht Gefahr zu laufen, von den Dingen überholt oder in Frage gestellt zu werden, ziehen sie es vor, das Erlebte in seiner Banalität aufzuzeichnen, dort, wo alles vertraut wird. Daraus ergibt sich dann eine Aneinanderreihung von Gemeinplätzen, in denen „der Franzose“, diese Fiktion, bei jeder passenden Gelegenheit auftaucht. Und wenn man schon dabei ist, kann man ja gleich jede beliebige Plattheit anfügen, bis die Wirklichkeit schließlich zur Wiederspiegelung einer einzigen totalitären Herrschaft wird, anstatt das Ergebnis einer Dialektik innerhalb des sozialen Krieges zu sein. Aber es ist wahr, letzteres würde erfordern, etwas weiter zu gehen, als bei verallgemeinerten Empfindungen stehen zu bleiben. Für die Beschreibung ihrer imaginären Welt, die weder Klassen noch Individuen kennt, wird die Propaganda der Macht zu einer nicht unwesentlichen und vor allem glaubwürdigen Quelle: der französische Verfassungsschutz (S.27), der Personalmanager von Daimler-Benz (S.30), ein israelischer Offizier (S.40), die Witze von Führungskräften (S.46) oder die erstbeste Meinungsumfrage (S.47) erfüllen somit den Zweck. In Der kommende Aufstand wurde alles gleichgemacht, durch Kontrolle und Repression zermalmt. Es ist nicht die Welt, die darin beschrieben wird, sondern die Wüste, die sich die Macht erträumt, die Darstellung, die sie von sich selbst gibt. Doch diese Quasi- Abwesenheit einer Dialektik zwischen Herrschenden und Beherrschten, zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten ist kein Zufall: ein jeder Leser soll sich in der Wahrnehmung des totalitären Albtraums wiederfinden können und sich daran erschrecken. Es geht nicht darum, ihn zu überzeugen, und noch weniger darum, die Mechanismen der Zustimmung oder der freiwilligen Beteiligung an der eigenen Unterwerfung aufzuzeigen. Die Tatsache, ihn die pseudo-universelle Hölle teilen zu lassen, hat den Sinn, ihn anschließend in einem Stück retten zu können, wenn er sich nur dem großen Wir und seinen subjektiven Intensitäten anschließt.

Während es in apokalyptischem Ton das unmittelbar bevorstehende Ende der Welt zur Kenntnis nimmt, indem es die verschiedenen Milieus Revue passieren lässt, in denen sich dieses abzeichnet, verweilt das Unsichtbare Komitee bei den am unmittelbarsten wahrnehmbaren Auswirkungen des Desasters, während es über die möglichen Ursachen stets schweigt. Es informiert uns beispielsweise darüber, dass: „das allgemeine Unglück nicht mehr aushaltbar ist, sobald es als das erscheint, was es ist: ohne Grund noch Boden.“ (S. 47). Ohne Grund noch Boden? Bloß keine scharfen Analysen des Bestehenden, weder die mehr kommunistischen gegen den Kapitalismus, noch die mehr anarchistischen gegen den Staat. Das wäre nicht mehr vage genug, und ausserdem gibt es dafür andere Texte, wie jene, die einem kleinen Milieu vorbehalten sind (die beiden Ausgaben der Zeitschrift Tiqqun, welche sich 2001 selbst auflöste, oder der Appel [Aufruf], ein Buch, das in Frankreich im Jahr 2003 erschien, wovon ein Auszug den Umschlagtext der 4. Auflage von Der kommende Aufstand bildet). So führen die politische Ohnmacht oder das ökonomische Scheitern, wenn sie in diesem Pamphlet auftauchen, nie zur Entwicklung einer radikalen Kritik an der Politik oder an den Bedürfnissen, denn diese Themen dienen nur als Vorwand für eine Unbehagen erzeugende Beschreibung, die das später folgende aufwerten soll. Als Verlagsware entstanden, wurde Der kommende Aufstand schlicht erdacht und geschrieben, um die „breite Öffentlichkeit“ zu erreichen. Und da diese „breite Öffentlichkeit“ aus Zuschauern besteht, die gierig nach unmittelbar konsumierbaren Emotionen verlangen, da ihr jede Idee widerstrebt, die einem ganzen Leben Sinn geben könnte, darum geben wir ihr lieber einfache Bilder, an denen sie sich ohne große Anstrengungen festklammern kann. Um sie besser bei der Hand nehmen zu können, ist es ebenfalls notwendig, sie in den Aufbau eines großen, kollektiven „Wir“ miteinzubeziehen, das man gegenüber dem nichtswürdigen individuellen Ich verherrlichen wird. Das Individuum, das bekanntlich nur als Werbeslogan von Reebock existiert („I am what I am“), wird schnell als ein Synonym von „Identität“ (S.13) oder „Zwangsjacke“ (S.80) beseitigt. Es sind nämlich die berüchtigten Banden, die „die ganze Freude, die möglich ist“ (S.20) verkörpern sollen. Diese sind nicht länger das komplexe Produkt des Sich-Durchschlagens und der Einschließung, der gegenseitigen Hilfe (was nicht dasselbe ist wie Solidarität) im Überleben und des Konkurrenzkampfes, sondern die Selbstorganisationsform par excellance, von der wir uns inspirieren lassen sollten. In einem anderen Buch resultiert daraus noch expliziter: „Die Aussicht Gangs zu bilden erschreckt uns nicht; als Mafia zu gelten belustigt uns eher.“ (Aufruf, Proposition V).

Wie andere bereits feststellten, sehen die Redakteure von Der kommende Aufstandschon jetzt im Zerfall aller sozialen Formen einen „Glücksfall“: So wie die Fabrik für Lenin die Armee der Proletarier formte, so formt das moderne „imperiale“ Chaos für diese Strategen, die auf die Wiedereinrichtung von bedingungslosen Solidaritäten im Clan-Stil setzen, die Banden, die Basiszellen ihrer imaginären Partei, welche sich zu „Kommunen“ zusammenschließen, um in Richtung Aufstand zu gehen.[5]. Nur angehenden Schafhirten gefällt der Gestank der Herde, „der Zusammenschluss einer Vielfalt von Gruppen, von Komitees, von Banden“ (S. 95) und alles, was einen genügend ausgeprägten Herdencharakter haben könnte, um darüber Kontrolle auszuüben. Die Einzigartigkeit muss verworfen werden, sie gestattet nicht, über eine ausreichende Masse an Arbeitskraft zu verfügen.

Es wird auch gesagt und wiederholt, dass diese Gesellschaft unerträglich geworden ist, dies aber vor allem, weil sie ihre Versprechen nicht gehalten hat. Und wenn dem nicht so wäre? Wenn „das Volk“ nicht aus „seinen ländlichen Gebieten“, „seinen Straßen“, „seinen Stadtvierteln“, „seinen Eingangshallen der Wohnblöcke“ (S.87) verdrängt worden wäre, wenn wir nicht „unserer Sprache durch den Unterricht“, „unserer Lieder durch die Popmusik“, „unserer Stadt durch die Polizei“ (S.18) enteignet worden wären?... Könnten wir dann vielleicht noch immer glücklich in unserer Welt leben? Als ob sie uns je gehört hätte, diese Welt, als wären nicht eben diese Viertel oder diese Städte ein Abbild unserer Enteignung, etwas, das es zu zerstören gilt. Als wäre die Aneignung der gefängnishaften Architektur durch die Armen nicht gerade eines der ultimativen Zeichen der Entfremdung. Niemand kann „diese Viertel beneiden“ (S. 18) und schon gar nicht, weil dort die „informelle Ökonomie“ herrscht. Die jesuitischen Unterscheidungen zwischen der Mafia und dem Staat, oder zwischen den verschiedenen Ausdrücken der Warenherrschaft, das heißt, das kleine Spiel der taktischen Präferenzen zwischen den verschiedenen Gesichtern des Meisters überlassen wir gerne dem Komitee. Wir für unseren Teil ziehen es vor, gegen die Autorität und die Wirtschaft als solche zu kämpfen.

Nach soviel Verkennung eines vielseitigen sozialen Krieges, der nicht einem Subjekt (dem revoltierenden Jugendlichen aus den Banlieus) vorbehalten ist, fragt man sich im Laufe der Seiten doch manchmal, ob die Schreiber dieses kleinen Buches nicht vielleicht aus Unwissenheit zu Werke gehen, während sie vielleicht schlicht das Spiegelbild der Leser sind, an die sie sich richten, derjenigen, die im ganzen Leben der „Siedlungen“ nur Bullen und junge Krawallanten sehen, derjenigen, die ihre Rechnung mit der Familie begleichen, indem sie Verbindungen aufrechterhalten, um so die soziale Subversion zu subventionieren (S.23), derjenigen, die „sich von einem Ende des Kontinents zum anderen und ohne große Probleme auf der ganzen Welt „frei bewegen““ (S.73), oder sich sogar am Wahlzirkus beteiligen können, während sie den Eindruck haben, irgendeine subversive Geste zu vollführen („wir beginnen zu durchschauen, dass in Wirklichkeit gegen die Wahl selbst weiter gewählt wird“ (S. 11)).

Der Aufstand als Vervielfältigung von Kommunen

Wenn man uns von der modernen Hölle erzählt, wo will man damit schließlich hin? Zu welchem Morgenrot wird uns das Ende dieser zusammenbrechenden Zivilisation führen, dieser Zivilisation, die uns nichts mehr zu bieten hat; die angeblich sogar, wie ein reibungslos funktionierender Mechanismus, „die Mittel ihrer eigenen Zerstörung“ produziert (und dies ist kein Hinweis auf die permanente nukleare Katastrophe, sondern auf... „die Vervielfachung der Handys und der Internetzugänge“! (S. 43))?

Der Aufstand, der in diesem Buch beschrieben wird, hat bei genauerer Betrachtung keinen anderen Zweck, als die Beschleunigung des großen Zusammenbruchs, ohne seine eigene Überwindung erreichen zu wollen, die ihn beispielsweise nach der Anarchie (oder, für andere, nach dem Kommunismus) ausrichten könnte. Der Aufstand ist sein eigenes Ziel und genügt sich selbst. „Wir arbeiten an der Bildung einer kollektiven Kraft, welcher ein Ausruf wie „Tod dem Bloom!“ oder „Nieder mit dem jungen Mädchen!“ genügen würde um tagelange Krawalle zu provozieren.“, merkten schon die Tiqqunianer nicht ohne Lächerlichkeit an [6]. Mehr als um Nihilismus – im Stil von jenseits dieser Welt gibt es nur diese Welt, ohne Zukunft oder Möglichkeiten – geht es hier um einen revidierten Millenarismus, demnach die apokalyptische Zukunft bereits in der Gegenwart verborgen liegt und demnach diese völlig losgetrennt zu sein scheint von unseren gegenwärtigen und bewussten (oder unbewussten) Handlungen. Man bräuchte lediglich in der Lage zu sein, diesen letzten Todeskampf zu empfangen, um daraus einen befreienden und reinigenden Moment zu machen, und Partei zu ergreifen für den großen, zerstörerischen Aufstand, indem man sich als Kraft konstituiert. Es geht hier nicht nur darum, dass einem der katastrophenliebende Realismus einer solcher Position fraglich erscheinen mag, sondern auch darum, dass es im hypothetischen Fall einer solchen Situation durchaus denkbar wäre, dass dieser Aufstand schlicht zu Umstrukturierungen der Macht, und nicht zwangsweise zu einer wirklichen Veränderung der Welt führen würde, die jegliche Herrschaft untergräbt. Die „Kommunen“ scheinen folglich nie als Grundlagen eines Experimentieres, als eine Spannung gedacht zu werden. Sie sind bereits da: „Jeder wilde Streik ist eine Kommune, jedes auf klaren Grundlagen kollektiv besetzte Haus ist eine Kommune“ (S. 81)

Im Übrigen ist diese Frage für das Komitee so vage, dass es sich eingesteht: „Ein Aufstand – wir wissen nicht einmal mehr, womit das anfängt.“ (S. 74). Mit Unruhen, wäre man versucht zu antworten. Oder mit einer Revolte, die sich sozial ausbreitet, obwohl sie zunächst das Werk einer Minderheit ist. Aber nein, das ist schon viel zu verpflichtend für sie. Lieber die Frage offen lassen, um möglichst viele Neugierige anzuziehen, lieber die Themen meiden, worüber die Geister aufleben und sich scheiden. Lieber weiterhin die Realität des Antagonismus vereinfachen, indem diese als eine Gesamtheit präsentiert wird, die man nur ausgehend von einem hypothetischen Anderswo angreifen kann, durch eine „Abspaltung“, indem man sie „überholt“ (S.88) oder „ein Ensemble von Brennpunkten der Desertation“ (Aufruf, Proposition V) bildet. Durch die Tatsache, den Aufstand nicht als einen speziellen Vorgang zu betrachten, mit allem, was ihm vorausgeht, wird vor allem vermieden, darüber nachzudenken, wie, in ihm und aus ihm heraus, für die Zerstörung dieses Systems gekämpft werden kann, während man in der Art und Weise, dies zu tun, bereits die Projektualität einer anderen Welt trägt. Denn dies würde voraussetzen, von der Hypothese auszugehen, die derjenigen der Verfasser dieses Buches entgegengestellt ist.Von einer revolutionären Hypothese, die weder alternativistisch ist (Nischen innerhalb des Bestehenden aufbauen und innerhalb des Kapitalismus bereits heute „einer neuen Idee des Kommunismus Gestalt geben[7]), noch messianisch (die Unausweichlichkeit der zusammenbrechenden Zivilisation, auf die wir uns vorbereiten müssen). Eigentlich gibt es überhautpt kein Außerhalb, das den sozialen Verhältnissen der Herrschaft entginge und somit ein Stützpunkt bilden könnte, um eine Kraft aufzubauen, die in Richtung Aufstand geht. Diese sozialen Verhältnisse können nur in Momenten des Bruchs untergraben werden. Wie es ein alter Text bereits ausdrückte: „Keine Rolle, wie gesetzlich riskant sie auch sei, kann die reelle Veränderung der Beziehungen ersetzen. Es liegt keine Abkürzung zur Hand, es gibt keinen unmittelbaren Sprung ins Anderswo. Die Revolution ist kein Krieg.[8].

Eine andere Frage, welche üblicherweise mit dem Aufstand aufkommt, ist jene der Beziehungen und der Affinität (das Teilen einer allgemeinen Perspektive und von Ideen), was nicht dasselbe ist wie die Affektivität (ein vorübergehendes Teilen von gewissen Situationen und Gefühlen, wie beispielsweise Wut). Erwartet auch hier nicht, eine Antwort zu bekommen, denn das Komitee zieht sich mit einer Pirouette aus der Affäre: „Jede Affinität ist Affinität in einer gemeinsamen Wahrheit.“ (S. 77). Die Sache ist simpel. Anstatt von den individuellen Verlangen auszugehen, Verlangen, die somit zwangsläufig verschieden und vielfältig sind, genügt es, von sozialen Situationen auszugehen, die leicht als gemeinsame wahrnehmbar sind, und daher „Wahrheiten“ genannt werden. Denn das Komitee interessiert sich nicht für Ideen, die entwickelt werden, es bevorzugt Wahrheiten, die uns besitzen. „Eine Wahrheit ist keine Sicht über die Welt, sondern das, was uns mit ihr auf unreduzierbare Weise verbunden hält. Eine Wahrheit ist nicht etwas, das man besitzt, sondern etwas, das einen trägt.“ (S. 76). Die Wahrheit ist messianisch, äusserlich und objektiv, eindeutig und über jeden Zweifel erhaben. Es genügt, das Gefühl dieser Wahrheit zu teilen, um sich gemeinsam aufgrund von Banalitäten im Stil von „wir müssen uns organisieren“ zusammenzufinden. Um die Verzauberung nicht zu durchbrechen, ist ein Beispiel einer solchen Wahrheit, die wir schlucken müssen, dass die Sackgasse, in der sich die soziale Ordnung befindet, sich in eine Schnellstraße Richtung Aufstand verwandeln wird, und dass eine Verlängerung dieser Agonie beispielsweise unmöglich sei. Und da alles unausweichlich ist, kann also jeder angenehm vermeiden, sich Fragen zu stellen, wie „auf welche Art und Weise können wir uns organisieren“, „um was zu tun“, „mit wem“ und „warum“?

So verschwände dann auch die alte Debatte zwischen der Vorstellung, dass die Zerstörung der alten Welt ein unumgänglicher Moment ist, der jeder wirklichen sozialen Veränderung vorausgehen muss, und der Überzeugung, dass das Wachsen neuer Lebensformen an sich ausreichen wird, um die alten autoritären Modelle auszulöschen, wodurch jede direkte generalisierte Konfrontation mit der Macht überflüssig wird. Das unsichtbare Komitee nämlich, ist bestens in der Lage, diese seit jeher entgegengesetzten Spannungen problemlos in Einklang zu bringen. Einerseits wünscht es sich „eine Vielheit von Kommunen, die an die Stelle der Institutionen der Gesellschaft treten: Familie, Schule, Gewerkschaft, Sportverein, etc.“ (S. 80), andererseits aber rät es, „sich nicht sichtbar zu machen, sondern die Anonymität, in die wir verbannt wurden, zu unseren Gunsten zu wenden und durch die Verschwörung, durch die nächtliche oder maskierte Aktion aus ihr eine unangreifbare Angriffsposition zu machen.“ (S. 91) Auch hier ist wieder für jeden Geschmack etwas dabei: für die Alternativen, die sich ruhig auf dem Land niederlassen wollen (für die die Kommune die glückselige Oase in der Wüste des Kapitalismus ist), sowie für die Feinde dieser Welt (für die die Kommune Synonym ist für das aufständische Paris von 1871).

Auf die selbe Weise wie die modernen Verteidiger der „nicht-staatlichen, öffentlichen Sphäre“ (von den verblüffendsten anarchistischen Militanten bis zu den gewandtesten negristischen „Ungehorsamen“), behauptet auch das Unsichtbare Komitee: „Indem die lokale Selbstorganisation ihre eigene Geografie der staatlichen Kartografie aufzwingt, verwischt sie diese und macht sie ungültig; sie produziert ihre eigene Abspaltung“ (S. 87). Doch während erstere in der progressiven Verbreitung von Erfahrungen von Selbstorganisation eine Alternative zur aufständischen Hypothese sehen, schlägt das Komitee eine strategische Integration von Wegen vor, die bisher für unvereinbar gehalten wurden. Es ist nicht mehr entweder Sabotage oder kleiner Laden, sondern Sabotage und kleiner Laden. Tagsüber Kartoffeln pflanzen und nachts Leitungsmasten fällen. Die Tagesaktivität wird gerechtfertigt durch den Unabhängigkeitsanspruch gegenüber den Diensten, die vom Markt und vom Staat angeboten werden, und die Tatsache, sich eine gewisse materielle Autonomie verschaffen zu wollen. („Wie ernährt man sich, wenn alles lahmgelegt ist? Das Plündern der Läden, wie es in Argentinien gemacht wurde, hat seine Grenzen“ (S. 102)). Die Nachtaktivität beruht auf dem Anspruch, die Flüsse der Macht zu unterbrechen („Damit inmitten der Metropole etwas entstehen kann, damit sich andere Möglichkeiten eröffnen, ist die erste Geste, ihr Perpetuum Mobile zu stoppen.“ (S. 43)) Die Schreiber fragen sich also: „Warum sollten sich die Kommunen nicht bis ins Unendliche vervielfachen? In jeder Fabrik, in jeder Straße, in jedem Dorf, in jeder Schule. Endlich das Reich der Basiskomitees!“ (S. 80) Denn warum sollte die alte Illusion der 70er Jahre über „bewaffnete Kommunen“, die nicht nur ihr eigenes befreites Gebiet verteidigen, sondern auch zum Angriff gegen die Gebiete übergehen, die noch in den Händen der Macht sind, nicht realisierbar sein?

Die Antwort verbirgt sich in dem Widerspruch, den die Autoren des Büchleins zu überwinden gedenken: Außerhalb eines aufständischen Kontexts kann sich eine Kommune nur durch die Spielräume aufrecht halten, die von der Macht offen gelassen werden. Ihr Überleben bleibt an ihren nicht-offensiven Charakter gebunden. Solange es darum geht, in biologischen Gärten ohne Gott noch Meister Karotten anzupflanzen, in Volksküchen Mahlzeiten zu niedrigen Preisen (oder gratis) anzubieten, Kranke in selbstverwalteten Kliniken zu pflegen, solange mag alles noch gut gehen. Dass sich jemand um die Lücken in den sozialen Dienstleistungen kümmert, kann eigentlich ganz nützlich sein, und auch das Schaffen einer Abstellfläche für Randständige, weit entfernt von den Schaufenstern der Metropole, kann ganz praktisch sein. Kaum zieht man aber los, um Jagd auf den Feind zu machen, geht die Sache schief. Eines Tages wird die Polizei an der Tür klopfen und die Kommune bricht zusammen oder verkleinert sich. Der zweite Grund, der jeglichen Versuch einer Verbreitung von „bewaffneten Kommunen“ außerhalb eines Aufstands sinnlos macht, hat mit den materiellen Schwierigkeiten zu tun, mit denen derartige Experimente zu kämpfen haben, die bald eine Unmenge an Problemen und einen chronischen Mangel an Ressourcen aufkommen sehen. Da lediglich einige Privilegierte in der Lage sind, jede Schwierigkeit in der kurzen Zeit zu lösen, die es braucht, um einen Scheck zu unterschreiben, sehen sich die Teilnehmer der Kommunen fast immer gezwungen, ihre ganze Zeit und Energie dem internen „Funktionieren“ zu widmen.

Kurzum, um bei der Metapher von vorhin zu bleiben, neigt die Tagesaktivität einerseits dazu, mit ihren Erfordernissen alle Kräfte auf Kosten der Nachtaktivität zu verschlingen, während die Nachtaktivität und ihre Konsequenzen andererseits dazu tendieren, die Tagesaktivität zu gefährden. Und früher oder später platzt diese Spannung. Dies soll nicht heißen, dass die Bedeutung und der Wert solcher Erfahrungen aberkannt werden sollten, es bedeutet aber, dass man ihnen nicht einen Inhalt und eine Tragweite geben kann, die sie nicht haben: nämlich, dass sie an sich bereits Bruchmomente seien, die durch ihre Verbreitung den Aufstand bilden werden. Wie Nella Giacometti bereits 1907 nach der Erfahrung von Aiglemont anmerkte, ist „eine Kolonie, gegründet von heutigen Menschen und gezwungen, am Rande der gegenwärtigen Gesellschaft zu bestehen, sowie aus ihren Ressourcen zu schöpfen, unweigerlich dazu bestimmt, nichts weiter zu sein, als eine groteske Imitation der bourgeoisen Gesellschaft. Sie kann uns nicht das Modell von Morgen liefern, da sie allzu sehr das alte Modell von Heute in sich wiederspiegelt, wovon wir alle unbewusst durchdrungen sind und das uns entstellte.[9]

Was die Tatsache betrifft, das Konzept der „Kommune“ auf jeglichen Ausdruck von Rebellion oder Revolte auszuweiten und den Aufstand als die Summe all dieser zu erklären, so ist dies eine weitere geschickte Formulierung des Komitees, das um den heißen Brei herum redet, ohne der Frage auf den Grund zu gehen. Wenn die Gesamtheit der subversiven Praktiken den Aufstand bildet, dann ist dieser nicht am kommen: er ist bereits hier. Habt ihr das nicht bemerkt? Diese Verwirrungsstiftungen ermöglichen es dem Unsichtbaren Komitee gleichermassen jene zufrieden zu stellen, die nach der Befriedigung ihrer alltäglichen Bedürfnisse streben, wie jene, die für die Realisierung ihrer utopischen Wünsche kämpfen, es gleichermassen jenen Recht zu machen, die sich dem Verständnis der „Biologie des Planktons“ (S. 86) widmen, wie jenen, die sich Fragen stellen im Stil von „Wie macht man eine TGV-Strecke und ein elektrischesVerbundnetz unbrauchbar?“ (S. 90). Schön und gut, wenn das Komitee auf rein theoretischer Ebene behaupten kann, dass sich all diese Praktiken gegenseitig in ihrem Interesse ergänzen, es schreitet dennoch keinen Schritt voran in der Frage, was diese Formen entwickeln, im Wofür, das ihnen als einziges wirklich Bedeutung gibt, während es davon ausgeht, dass eine Gesamtheit von Dagegen ausreichen würde. Einer der Zwecke dieser Verherrlichung von Formen der Feindschaft unabhängig von ihrem Inhalt liegt vielleicht im expliziten Willen des Komitees „Frontlinien auf weltweiter Ebene“ (S. 78) zu entwerfen, also nicht die Leidenschaft für ein Leben ohne jede Form von Herrschaft zu vertiefen, sondern alle möglichen Arten von Allianzen zu bilden, die nur durch diese Abwesenheit eines gemeinsamen positiven Inhaltes möglich werden.

Schließlich weckte noch ein letzter Punkt unsere Neugierde: Wenn dieses Buch schon kein Warum des Aufstands definiert, kann es dann wenigstens auf die Frage nach dem Wie eine Antwort geben? Auch hier wird der Stil erlauben, die Hürde geschickt zu umgehen: „Was die Entscheidung über Aktionen betrifft, könnte das Prinzip so sein: dass jeder auf Erkundung geht, dass man die Informationen in Übereinstimmung bringt, und die Entscheidung wird von selbst kommen, sie wird uns treffen, mehr als das wir sie treffen!“ (S. 101)

Unnütz, seine Zeit mit langweiligen Debatten über die anzuwendende Methode und das anzustrebende Ziel zu verschwenden, Debatten, die ausserdem den Nachteil haben, Uneinigkeiten hervorzurufen. Machen wir uns auf die Suche nach Informationen, und die Entscheidung wird von selbst kommen, schön, leuchtend und brauchbar für alle. Braucht ihr noch weitere Erklärungen? Dann werft kurz einen Blick auf die historischen Referenzen im Aufruf und in Der kommende Aufstand und zeigt etwas Vorstellungskraft. Wenn „der Brand vom November 2005 ihr Modell ist“ (S. 91), dann ist das nur in den Worten, denn die Aktion, die den Schreibern vorschwebt, gleicht eher der einer Black Panthers Partei angeführt von Blanqui (sei es nun die Bildung einer „Partei des Aufstands“ oder die „permanenten kollektiven Organisation[10]). Diese autoritäre Rumpelkammer, die mit schwammigen Anmerkungen wie der „Dichte“ der Verbindungen oder des gemeinschaftlichen „Geistes“ (S. 80) ergänzt wird, vollendet den konfusen Charakter dieses Buches, der, wie bereits gesagt, nicht seine Schwäche, sondern sein größter Trumpf ist. Der kommende Aufstand entspricht der heutigen Zeit, geht völlig mit der Mode. Er besitzt die Qualitäten des Moments: eine Flexibilität und eine Elastizität, um sich an alle Umstände in einem rebellischen Milieu anpassen zu können. Er gibt ein gutes Bild ab, hat Stil und scheint jedem sympathisch, da er allen Recht gibt, ohne niemanden völlig zu verärgern.

Lasst uns nun zum Ausgangspunkt dieser Rezension zurückkehren und ein Buch, dessen Redakteure sich entschieden, es bei einem gauchistischen Handelsverlag herauszugeben und es in den Tempeln des Konsums verteilen zu lassen, ausnahmsweise einmal beim Wort nehmen. Wenn es deutlich ist, dass „die Aufgabe der kulturellen Milieus es ist, die aufkeimenden Intensitäten ausfindig zu machen und einem den Sinn dessen, was man macht, zu entwenden“ (S. 79), dann müssen wir die Heuchelei, ihre Exkurse auf feindliches Gebiet als heile Taktik durchgehen zu lassen, obwohl es sich doch offensichtlich um nichts anderes als politische Spekulation handelt, den Opportunisten überlassen. Welch seltsame Idee, eine Abtrennung oder Autonomie gegenüber den Institutionen voranzustellen, wenn sich die Autoren doch organisieren, um freiwillig in ihnen Fuß zu fassen und sich ohne Gewissensbisse an ihnen zu beteiligen!

Eine revolutionäre Bewegung, die vom Willen angetrieben wird, einen Bruch mit dem Bestehenden zu erreichen, hat die Bestätigung der sozialen Ordnung, die sie kritisiert, nicht nötig. Der kommende Aufstand in den Schaufenstern aller Buchläden ist nichts als die Karikatur und die Verwandlung in eine Ware des Aufstands, der sie alle einschlagen könnte.

[1] Französische Handelskette für Unterhaltungsprodukte (Bücher, Tonträger, etc.)

[2] Exklusiv-Interview mit Julien Coupat in Le Monde, 25. Mai 2009

[3] Agamben, Badiou, Bensaïd, Rancière, Nancy und andere wahrhaftige Demokraten: „Non à l’ordre nouveau“, Le Monde, 28. November 2008

[4] Unsichtbares Komitee, Mise au point [Klarstellung], 22. Januar 2009, S. 4

[5] Réne Riesel und Jaime Semprun, Catastrophisme, administration du désastre et soumission durable, Encyclopédie des nuissances, Juni 2008, S. 41–42

[6] Tiqqun, Nachwort vom März 2004 zur italienischen Ausgabe der Theorie vom Bloom, Bollati Boringhieri, November 2004, S.136. Wir weisen ausserdem bei dieser Gelegenheit auf das kleine Spiel von Korrespondenzen zwischen den siamesischen Zwillingen Tiqqun, Aufruf und Der kommende Aufstand hin: In diesem Nachwort empfiehlt Tiqqun der „italienischen Öffentlichkeit“ die Lektüre des Aufruf, während Der kommende Aufstand aus diesem sein Deckblatt der 4. Auflage machte. Schließlich enthält der zweite Text des Unsichtbaren Komitees, Mise au point, diskret Unten auf der dritten Seiten eine Internetadresse, welche diese verschiedenen Schriften versammelt und andere Texte, mit denen sie im Zusammenhang stehen (wie jene des Comité de la Sorbonne en exil).

[7] Unsichtbares Komitee, Mise au point, 22. Januar 2009, S. 3

[8] In offener Feindschaft mit dem Bestehenden, seinen Verteidigern und seinen falschen Kritikern, Frühling 2010 (1998), S. 41

[9] Ireos, Una colonia comunista, Biblioteca de la Protesta Umana (Milano), 1907.

[10] Vorschlag 14 des Comité d’occupation de la Sorbonne en exil, Juni 2006 & Vorschlag von Jardin s’embrase, Les mouvements sont faits pour mourir, Tahin Party (Lyon), August 2007, S.114